Tagesgeld hopping

Tagesgeld hopping kann sich lohnen

Obwohl die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 3,75 Prozent gesenkt hat, sind Tagesgeldkonten nach wie vor sehr hoch verzinst. Die besten Angebote der Banken richten sich dabei an Neukunden, um die mit Superzinsen zwischen 5 und 6 Prozent geworben wird. Da die Banken diese hohen Zinsen nur für kurze Zeit gewähren, kann ein Tagesgeld hopping sinnvoll sein.

Unter Tagesgeld hopping versteht man den schnellen Wechsel von einer Bank, bei der man sein Tagesgeld angelegt hat, zu einer anderen, die einen höheren Zins anbietet. Meistens sind die Lockangebote auf 3 oder 6 Monate begrenzt. Die Banken hoffen darauf, dass die Kunden nach Ablauf dieser Zeit zu bequem sind, um ihr Tagesgeldkonto aufzulösen und zu einer Bank zu hoppen, die zu diesem Zeitpunkt höhere Zinsen zahlt.

Aber gerade dann, wenn es um erhebliche Summen geht, lohnt sich das Tagesgeld hopping. Da Tagesgeld täglich kündbar ist, ist es für den Anleger gar kein Problem, von einem Tagesgeldkonto zum nächsten zu hoppen. Wer aber nur ein paar hundert Euro anzulegen hat, sollte sich schon überlegen, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Bei einer Anlagesumme von beispielsweise EUR 500,00 würde eine Zinsdifferenz von einem halben Prozent nur einen Gewinn von EUR 2,50 bringen. Dafür lohnt es sich nicht, sich immer auf dem Laufenden zu halten über die aktuellen Konditionen, und alle paar Monate neue Formulare auszufüllen.

Da viele Tagesgeldangebote an zusätzliche Bedingungen für den Anleger geknüpft sind, sollte man sich vor einem Wechsel genau informieren. So verlangen viele Banken zum Beispiel, dass der Kunde zusätzlich zu einem Tagesgeldkonto noch ein Wertpapierdepot oder ein Girokonto eröffnet. Auch verlangen einige Banken eine Mindestanlagesumme auf dem Tagesgeldkonto, bevor sie den hohen Zinssatz gewähren. Oder sie beschränken ihr Zinsangebot auf eine bestimmte Summe und verzinsen den Restbetrag weit niedriger.
Die höchsten Tagesgeldzinsen erhält man auch nur dann, wenn man am Online Banking teilnimmt oder sein Konto bei einer Direktbank eröffnet.

Zum Tagesgeld hopping verführen vor allem die Lockzinsen ausländischer Banken. Sie sind in der Regel höher als die Tagesgeldzinsen der deutschen Geldinstitute. Aber hier ist seit der Finanzmarktkrise noch mehr Vorsicht geboten als vorher. Wenn eine Bank nicht einem deutschen Einlagensicherungsfonds angehört, sind die dort angelegten Guthaben oft nur bis zu einer Höhe von EUR 20.000,00 abgesichert. Und wie schnell eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann, hört man seit Wochen und Monaten beinahe täglich.
Durch die zusätzliche Garantie des Staates sind aber zumindest die Einlagen auf deutschen Tagesgeldkonten sicher. Tagesgeld hopping ist also bei deutschen Banken auch weiterhin ohne Risiko möglich.

Dieser Artikel wurde von einem Partner erstellt.